31.07.2026 - Festung Kufstein/ Tirol

MusicalSommer Kufstein: Discofieber mit 
SATURDAY NIGHT FEVER


Mit der Premiere von SATURDAY NIGHT FEVER am 31. Juli verwandelte sich die Festungsarena Kufstein in eine glitzernde Disco der 70er-Jahre. Ganz ohne Nervenkitzel verlief der Abend allerdings nicht: Das Wetter zeigte sich zunächst von seiner wechselhaften Seite. Immer wieder gingen kleine Regenschauer nieder, doch das angekündigte Gewitter zog glücklicherweise größtenteils an Kufstein vorbei. So blieben Bühne, Publikum und Darsteller trocken – und einer stimmungsvollen Premiere stand nichts mehr im Weg.

Im Mittelpunkt des Musicals steht Tony Manero, der von Andrea De Majo mit beeindruckender Überzeugung verkörpert wird. Mit seiner Ausstrahlung, seiner tänzerischen Präzision und seiner starken Bühnenpräsenz erinnert er immer wieder an John Travolta und macht die Rolle zu seiner ganz eigenen. Andrea De Majo zählt zweifellos zu den herausragenden Musicaldarstellern Tirols. Nicht ohne Grund stand er bereits in zahlreichen Produktionen des Tiroler Landestheaters auf der Bühne, darunter „Sunset Boulevard“, wo er gemeinsam mit Maya Hakvoort spielte, „Chicago“, „Evita“ sowie viele weitere Produktionen. Auch beim MusicalSommer Kufstein ist er längst ein bekanntes Gesicht und begeisterte das Publikum bereits in mehreren Produktionen. Mit „Saturday Night Fever“ beweist er einmal mehr eindrucksvoll sein außergewöhnliches Können. Ab Herbst 2026 steht er erneut am Tiroler Landestheater auf der Bühne und übernimmt die Rolle des Rocky in der „Rocky Horror Picture Show“.

Im Gespräch erzählt Andrea De Majo über seine Erfahrungen mit der anspruchsvollen Rolle:

„Es war wunderschön, nach sechs Wochen Proben endlich vor Publikum spielen zu können und die Reaktionen der Menschen direkt mitzuerleben. Die Rolle ist eine echte Herausforderung: Ich bin die ganze Zeit auf der Bühne und habe keinen Moment Pause. Es ist eine großartige Erfahrung, und ich habe unglaublich viel Spaß dabei.

Ich habe versucht, auch die verletzliche und unsichere Seite der Figur stärker zum Vorschein zu bringen – eines Charakters, der oft eine toxische Männlichkeit zur Schau stellt. Es ist wichtig, auch diese Facette zu zeigen. Sie war in den 1970er-Jahren sehr präsent und ist es leider auch heute noch.

Die Musik der Bee Gees verleiht dem Ganzen zudem eine besondere Energie. Es ist jedes Mal eine Freude, die Bühne mit großartigen Musikerinnen und Musikern sowie wunderbaren Kolleginnen und Kollegen zu teilen.“

Als Stephanie überzeugt Verena Kollruss mit einer kraftvollen Stimme und einer starken Bühnenpräsenz. Gesanglich lässt sie keine Wünsche offen und harmoniert hervorragend mit Andrea De Majo. Die Perücke wirkte jedoch etwas unglücklich gewählt und erschien stellenweise sehr künstlich. Insgesamt liefert sie aber eine sehr stimmgewaltige und überzeugende Darstellung ab.

Ein emotionales Highlight des Abends ist Frederik Stuhllemmer, der seine Rolle als Bobby mit großer Intensität und beeindruckender Verletzlichkeit spielt. Seine Figur ist innerlich zerrissen: Seine Freundin ist schwanger, doch er fühlt sich mit der Situation überfordert und weiß nicht, wie er damit umgehen soll. Mit seinen Sorgen und Ängsten bleibt er jedoch weitgehend alleine. Auch von seinem Freund Tony wird seine Verzweiflung nicht wirklich wahrgenommen, wodurch seine innere Isolation immer stärker wird.

Besonders mit dem Song „First and Last / Tragedy“ gelingt Frederik Stuhllemmer ein eindrucksvoller Moment. Seine Interpretation überzeugt nicht nur durch seine stimmliche Leistung, sondern sorgt auch für einen echten Gänsehautmoment im Publikum. Es gelingt ihm, die Zerbrechlichkeit und die Hilflosigkeit seiner Figur sehr glaubwürdig darzustellen. Am Ende seiner Geschichte steht die tragische Konsequenz seiner Überforderung: Er sieht keinen Ausweg mehr und springt von einer Brücke.

Ein tänzerisches Highlight liefern Kye Wardlaw Baars als Caesar und Kezia Coulson als Maria. Ihre gemeinsamen Tanznummern gehören zweifellos zu den Höhepunkten des Abends. Präzision, Dynamik und Leidenschaft verschmelzen hier zu mitreißenden Choreografien, die vom Publikum mit begeistertem Applaus belohnt werden.

Für eine besondere Bereicherung sorgt Benedikt Zimmermann, der bei den Kufsteiner Festspielen längst kein Unbekannter mehr ist. Als gern gesehener Gast und Cast-Mitglied ist er dem Publikum bereits bestens bekannt und fügt sich auch in SATURDAY NIGHT FEVER hervorragend in das Ensemble ein.

Überhaupt präsentiert sich das gesamte Ensemble auf beeindruckendem Niveau. Tänzerisch, gesanglich und schauspielerisch liefert die Cast eine geschlossene Leistung ab, die den Geist der 70er-Jahre hervorragend einfängt. Unterstützt wird dies von den stimmungsvollen Kostümen von Julia Neuhold, die das Disco-Flair perfekt aufleben lassen. Für die musikalische Leitung zeichnet Eva Maria Brugger verantwortlich und sorgt gemeinsam mit dem Orchester für den unverwechselbaren Bee-Gees-Sound. Die Regieassistenz übernahm Vini Gomes, der zum reibungslosen Ablauf der Produktion beiträgt.

Für die Regie und Choreografie von SATURDAY NIGHT FEVER zeichnet Vanni Viscusi verantwortlich, der mit seiner Arbeit die Energie der 70er-Jahre, die Dynamik der Tanzszenen und das typische Disco-Feeling eindrucksvoll auf die Bühne bringt.

Auffällig war auch das Publikum: Vor allem die etwas ältere Generation ließ sich von den bekannten Hits mitreißen. Es wurde begeistert mitgeklatscht, mitgesungen und die Musik der Bee Gees regelrecht gefeiert. Das zeigt, dass diese Produktion vor allem durch ihre Musik und die Erinnerungen, die sie weckt, eine besondere Wirkung entfaltet.

SATURDAY NIGHT FEVER ist vielleicht nicht die stärkste Musicalproduktion, die Kufstein bisher auf die Bühne gebracht hat, aber dennoch ein besonderes Highlight. Mit viel Energie, großartigen Tanzszenen, den unvergesslichen Hits der Bee Gees und einem starken Ensemble kann die Produktion das Publikum begeistern und sorgte für einen gelungenen Premierenabend in der Festungsarena.

SATURDAY NIGHT FEVER ist im Rahmen des MusicalSommer Kufstein 2026 noch bis 16. August 2026 in der Festungsarena Kufstein zu erleben.

5 von 6 Sternen: ★★★★★
                         Kritik: Jacqueline Hueber; Fotos: Peter Koren


Ein besonderes Highlight erwartet das Publikum im kommenden Jahr: 2027 wird die Festung Kufstein in ein beeindruckendes Schiff und einen Eisberg verwandelt, denn mit „TITANIC – Das Musical“ steht eine Produktion auf dem Spielplan, die man in Österreich in dieser Form nur selten erleben konnte.

Die Premiere von „TITANIC – Das Musical“ findet am 30. Juli 2027 statt. Gespielt wird bis 15. August 2027. Karten sind bereits im Vorverkauf erhältlich und können über www.musicalsommer.tirol gesichert werden.




 

 

 

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