04.05.2026 - Lanxess Arena/ Köln
LORD OF THE DANCE
Jubiläumstour
Momentan ist LORD OF THE DANCE mit einer großen Jubiläumstour in Deutschland unterwegs. Am 4. Mai gastierte die Produktion in der Lanxess Arena und brachte dort die Bühne zum Beben.
Zwar ohne den legendären Michael Flatley selbst, dennoch ist er sowohl zu Beginn als auch am Ende der Show auf den riesigen LED-Wänden im Hintergrund zu sehen. Gleich zu Anfang läuft ein Zusammenschnitt historischer Aufnahmen mit einigen seiner größten Momente. Seit rund zehn Jahren steht er nicht mehr selbst auf der Bühne, bildet aber weiterhin den goldenen Rahmen der Show.
Besonders herausragend sind die beeindruckenden Tanznummern der Tänzerinnen und Tänzer. Eingebettet ist das Ganze in eine mythische Geschichte: Im Mittelpunkt steht der Held „Lord of the Dance“, der das Gute, das Licht und die Freiheit verkörpert. Sein Gegenspieler ist der Dark Lord Don Dorcha, der für das Böse, Unterdrückung und Chaos steht. Zwischen ihnen stehen die beiden weiblichen Figuren, „Saorise“ auf der Seite des Guten und „Morrighan“ auf der Seite des Bösen.
Der Dark Lord fordert den Lord of the Dance heraus, entführt dessen weibliche Begleiterin und nimmt ihm später sogar das glitzernde Bauchband ab. Doch der Lord of the Dance erkämpft sich alles zurück. Statt klassischer Kämpfe gibt es tänzerische Duelle auf der Bühne, wobei Spannung vor allem durch Tempo, Rhythmus und große Gruppenchoreografien erzeugt wird.
Die Kostüme sind eher klassisch gehalten: Die Guten treten in hellen Outfits auf, während die Gegenseite schwarz-rote Kostüme trägt. Mit ihren Helmen sowie Arm- und Beinschonern erinnern die Bösewichte dabei teilweise an Figuren aus Star Wars.
LED-Wände im Hintergrund und verschiedene Lichtstimmungen schaffen ein stimmungsvolles Ambiente auf der Bühne. Auf Pyrotechnik oder ähnliche Effekte wird dagegen komplett verzichtet. Im Mittelpunkt stehen die rund 40 Tänzerinnen und Tänzer, die das Publikum vor allem mit ihrer tänzerischen Leistung beeindrucken. Besonders die Synchronität ist bemerkenswert, und die kraftvollen Steppeinlagen entfalten in der Lanxess Arena eine enorme Wucht, die regelrecht durch die Halle hallt.
Bei den weiblichen Tanzeinlagen werden gezielt Elemente aus dem Ballett eingebaut, wodurch Leichtigkeit und Haltung betont werden. Die Tänze der Männer wirken dagegen kraftvoll, dynamisch und sehr ausdrucksstark.
Musikalisch wird die Show von überwiegend im Hintergrund laufender Musik begleitet. Zwischendurch singt eine namenlose Sängerin einige mystische Stücke, die im Pressematerial allerdings keine Erwähnung findet. Zudem stehen bei manchen Liedern zwei Geigerinnen mit auf der Bühne.
Fazit: Tänzerisch wird dem Publikum ein Spektakel auf höchstem Niveau geboten. Die Handlung wirkt allerdings etwas flach, und auch das gewisse Drumherum hat stellenweise gefehlt.
4 von 6 Sternen: ★★★★
Kritik: Verena Bartsch; Fotos: Wolfgang Wilde