17.09.2026 - Ebertbad/ Oberhausen
Ladies sing gentlemen – Guys sing dolls
Ein beeindruckender musikalischer Abend in drei Akten!
Bereits zum wiederholten Mal schlüpften die Frauen in männliche Musicalrollen, während die Männer die weiblichen Parts übernahmen.
Sound of Music Concerts holte hierfür die Crème de la Crème auf die Bühne: Jan Ammann, Michaela Schober, Friedrich Rau, Thomas Hohler, Enrico de Pieri, Anja Backus, Celena Pieper, Dennis Henschel und Verena Mackenberg.
Eingeleitet wurde der Abend von Enrico de Pieri mit „Als hätten wir uns nie Goodbye gesagt“ aus Sunset Boulevard. Eine äußerst passende Eröffnung, erinnert sich Norma Desmond in diesem Lied doch an ihre ruhmreiche Karriere als Hollywoodikone. Passender hätte der Abend kaum beginnen können.
Wie bei Sound of Music Concerts üblich, wurden die drei Akte in verschiedene Musicalblöcke unterteilt, durch die jeweils unterschiedliche Solisten als Moderatoren führten.
Direkt im Anschluss an Enricos Eröffnungsnummer folgte der Mozart-Block mit „Ich bin Musik“, gesungen von Michaela Schober, „Gold von den Sternen“, dargeboten von Friedrich Rau, „Irgendwo wird immer getanzt“, gesungen von Thomas Hohler, und Anja Backus als Mozart mit „Warum kannst du mich nicht lieben, wie ich bin“.
Neben Duetten aus Ludwig² und Jekyll & Hyde standen drei Damen als die drei Musketiere auf der Bühne: Anja Backus, Celena Pieper und Michaela Schober mit „Engel aus Kristall“.
Gefolgt wurde diese Nummer von einer echten Gänsehautnummer: Dennis Henschel mit „Erinnerung“ aus Cats. Eine weitere Gänsehautnummer lieferte Enrico de Pieri mit „Wein nicht um mich Argentinien“ aus Evita. Für mich definitiv eine der Überraschungen des Abends.
Im zweiten Akt tauchten Friedrich Rau und Enrico de Pieri in die Welt von Wicked ein und präsentierten „Heißgeliebt“. Friedrich Rau setzte anschließend mit „Frei und schwerelos“ noch einen drauf.
Er kann nicht nur Maxim de Winter, nein, er kann auch Mrs. Danvers! Einer der Momente des gesamten Abends, sowohl stimmlich als auch schauspielerisch. In dieser Rolle möchte man ihm in Manderley tatsächlich nicht über den Weg laufen. Die reden ist von Jan Ammann mit dem Lied „Rebecca“.
Celena Pieper schlüpfte anschließend in die Rolle des Todes und sang „Der letzte Tanz“ aus Elisabeth, gefolgt von Verena Mackenberg und Michaela Schober mit „Die Schatten werden länger“ sowie Dennis Henschel mit „Ich gehör nur mir“.
Im dritten Akt sang Anja Backus souverän „Sturm kommt auf“ aus Der Schimmelreiter. Mit „Das bin ich“ aus Die Päpstin zeigte Dennis Henschel noch einmal seine ganze stimmliche Bandbreite, gefolgt von Jan Ammann mit „Einsames Gewand“.
Jan Ammann kann nicht nur Mrs. Danvers, sondern auch Sarah aus Tanz der Vampire. Gemeinsam mit Friedrich Rau sang er „Draußen ist Freiheit“ und die beiden waren dabei nicht nur gesanglich klasse, sondern sorgten mit ihrer Performance auch für den einen oder anderen Lacher im Publikum.
Thomas Hohler ließ es kurz vor Schluss noch einmal kalt im Saal werden, mit „Let It Go“ aus Frozen. Zum großen Finale standen alle Künstler gemeinsam auf der Bühne und sangen „Goodbye“ aus Catch Me If You Can.
Was für ein toller Abend mit ganz vielen Arrangements, die man so sicherlich noch nicht auf der Musicalbühne gesehen hat. Gerade der Rollentausch sorgte immer wieder für überraschende, witzige und teilweise auch völlig neue Momente.
Dieses besondere Konzertformat wird bestimmt in naher Zukunft wiederholt. Wer allerdings nicht so lange warten möchte, sollte unbedingt einmal im Shop von Sound of Music vorbeischauen: Die DVD „LADIES SING GENTLEMEN – GUYS SING DOLLS“ gibt es dort ab sofort zu kaufen. Sie enthält die Aufnahme aus dem Ringlokschuppen in Bielefeld aus dem Jahr 2021.
6 von 6 Sternen: ★★★★★★
Kritik: Verena Bartsch; Fotos: Mandy Walgenbach



















