Fritz Schindlecker (Autor), Erwin Steinhauer (Autor)
01. So sind wir nicht, oder?
Die aktuelle Psycherl-Analyse
Verlag: Carl Ueberreuter Verlag
Hardcover mit Schutzumschlag
VÖ: September 2026 (1. Auflage)
Umfang: 200 Seiten
Größe: 12,8 cm x 20,5 cm
Alter: o.A.
ISBN: 978-3-8000-7893-6
„Wenn alles zum Weinen ist, dann sollte man darüber lachen.“
Warum sind Milliardäre hierzulande die am besten geschützte Minderheit?
Ist unsere „Volksseele“ tatsächlich gespalten? Geht den Nicht-Geimpften beim Gendern wirklich immer das Geimpfte auf?
Ist der Hausverstand zu den Normaldenkern übergelaufen?
So sind wir nicht! Diesen inzwischen legendären Satz sprach unser HBP nach der Premiere des Films „Herr Strache und die Nichte des Oligarchen auf Ibiza“. Trotz dieses Skandalstreifens ist die FPÖ inzwischen die stärkste Partei in Österreich geworden. Sind wir also so, oder sind wir nicht so?
Um das zu klären, haben sich die Austrologen Erwin Steinhauer und Fritz Schindlecker auf Spurensuche begeben.
Mit SO SIND WIR NICHT, ODER? legen Erwin Steinhauer und Fritz Schindlecker ein Buch vor, das sich bewusst im Grenzbereich zwischen Kabarett, Gesellschaftsdiagnose und literarischer Miniatur ansiedelt. Bereits der Titel markiert das zentrale Spannungsfeld, das reflexhafte Dementi gegenüber allem, was das eigene Selbstbild irritiert oder infrage stellt. Genau hier setzt das Buch an, nicht als systematische Analyse, sondern als satirisch gebrochene Befragung kollektiver Gewissheiten.
Der Text entfaltet sich in pointierten Beobachtungen, dialogischen Splittern und essayistischen Passagen, die weniger auf argumentative Stringenz als auf Wiedererkennung zielen. Im Fokus stehen Denk- und Sprachmuster, Ausflüchte, Beschwichtigungen und moralische Selbstvergewisserungen, wie sie den gesellschaftlichen Alltag ebenso prägen wie den politischen Diskurs. Die angekündigte „Psycherl-Analyse“ versteht sich dabei nicht als Tiefenbohrung im klinischen Sinn, sondern als literarisch verdichtete Momentaufnahme mentaler Befindlichkeiten.
Stilistisch dominiert eine präzise gesetzte Lakonie. Der Humor bleibt trocken, oft beiläufig, mitunter bewusst redundant, Wiederholung fungiert als Mittel der Entlarvung. Darin liegt eine der zentralen Stärken des Buches. Es setzt auf die interpretative Kompetenz seiner Leserinnen und Leser und verzichtet auf erklärende Überdeutlichkeit. Das Komische entsteht weniger aus Anhäufungen von Pointen als aus der Konfrontation mit Denkschemen, die allzu vertraut wirken, um harmlos zu sein.
Inhaltlich ist SO SIND WIR NICHT, ODER? deutlich in einem österreichischen Erfahrungsraum verankert, ohne sich explizit national zu geben. Dialekt, kulturelle Codes und spezifische Mentalitätsmuster dienen nicht als folkloristische Marker, sondern als analytisches Material. Diese Verortung verleiht dem Buch Authentizität, setzt seiner Übertragbarkeit jedoch Grenzen. Wer den kulturellen Resonanzraum nicht teilt, wird manche Schärfe nur abgeschwächt wahrnehmen.
Insgesamt erweist sich SO SIND WIR NICHT, ODER? als intelligente, sprachlich präzise und bewusst unaufgeregte Form der Gesellschaftskritik. Sie setzt auf Ironie statt Empörung und auf Beobachtung statt moralischer Anklage. Gerade darin liegt ihre nachhaltige Wirkung, als literarisches Angebot zur Selbstirritation in einer Gegenwart, die sich allzu gern ihrer Gewissheiten versichert.
5 von 6 Sternen: ★★★★★ Kritik: Michaela Springer
Die Autoren:
Erwin Steinhauer, geboren 1951 in Wien, gehört zu den populärsten österreichischen Schauspielern und Kabarettisten. Zahlreiche Soloprogramme als Kabarettist, Film- und Fernsehproduktionen und verschiedene Serien („Der Sonne entgegen“, „Der Salzbaron“, die Trilogie „Die Brüder“ und „Single Bells“).
Zu seinen bekanntesten Rollen zählte die Darstellung des Landgendarmen „Polt“ nach den Romanen von Alfred Komarek.
Fritz Schindlecker, geboren 1953 in Tulln/NÖ, arbeitet seit 1983 als Kabarettautor, Dramatiker und Drehbuchautor.
Er verfasste Sketches, Songs und Mikrodramen u. a. für Lukas Resetarits, Erwin Steinhauer und das Simpl, Boulevardkomödien wie „Der Steuerfahnder“ oder „4 nach 40“, TV-Serien wie z. B. „Novotny & Maroudi“ und „Die Lottosieger“ und die TV-Doku „Morgenland im Abendland“ mit Josef Hader. 2014 erschien sein historischer Roman „Jakob Mustafa“.
2016 und 2017 veröffentlichte er bei Ueberreuter gemeinsam mit Erwin Steinhauer „Wir sind super!“, „Aufgedeckt“ und „Fröhliche Weihnachterl“. Zuletzt erschien 2021 der Titel “Erwin Steinhauer - Der Tragikomiker”.
Das Buch beim ueberreuter Verlag
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