27.07.2020 - Haus der Musik, Wien    

DIE BREMER STADTMUSIKANTEN
Das neue Mitsing-Musical von Gernot Kranner

Bekanntlich sind die Kinder die Zuschauer von morgen. Umso wichtiger ist es, diese schon früh für jegliche Kunstform zu begeistern.
Entertainer, Sänger und Schauspieler Gernot Kranner und Musiker und Pianist Walter Lochmann haben es sich schon vor Jahren zur Aufgabe gemacht, mit pädagogisch wertvollen „Mitsing-Musicals" die Jüngsten zu fördern.

Für die Geschichten bedienen sich die beiden dabei bei altbekannten Märchen. So entstanden bereits sehr erfolgreiche Adaptionen von „Peter Pan", „Der gestiefelte Kater", „Pinocchio", „Mogli und das Dschungelbuch", „Robin Hood", aber auch „Opernwerkstatt, Die Zauberflöte", in der Mozarts berühmteste Oper kindgerecht aufgearbeitet wird.

DIE BREMER STADTMUSIKANTEN ist das neueste Werk des Erfolgsduos, von dem leider durch den Corona-Lockdown von März bis Juni etliche Vorstellungen abgesagt werden mussten.

Nachdem also alle lange auf ein Live-Bühnenerlebnis verzichten mussten, hatten nun die kleinen Bürger der Gesellschaft die Möglichkeit Theaterluft zu schnuppern.

Aus dem Haus der Musik ertönte am 25. Juli schallendes Kinderlachen, denn Gernot Kranner trat gemeinsam mit Komponist und Musiker Walter Lochmann mit einem neuen Mitsing-Musical auf: DIE BREMER STADTMUSIKANTEN.

Nicht nur die Kleinen waren hellauf begeistert von der Interpretation des Stückes. Auch Eltern und Großeltern wurden direkt in die Welt des Märchens gezaubert. Wie in jedem Stück, das Gernot Kranner inszeniert, steckt auch in diesem viel Herzblut. Doch wie beginnt man am besten mit einer Geschichte? Direkt ins Geschehen eintauchen oder sich langsam verzaubern lassen? Bevor das Märchen begann, wurden die Kinder gefragt, wie sie in der Früh geweckt werden. Von den Eltern? Den Großeltern? Vielleicht sogar von den Haustieren? Oder von einem Hahn, wie auf einen Bauernhof? Und wer auf dem Bauernhof lebt, ist unter anderem der Esel von den Bremer Stadtmusikanten. Und so fängt alles an.

Im Laufe der Geschichte bekommt der Esel mehr und mehr Gesellschaft, unter anderem von einem vergesslichen Hund, einer fast zahnlosen Katze und einem immer verschlafenen Hahn. Melodien, wie das „Räuberlied“ oder das „Einschlaflied" waren für alle eindringlich und blieben einem noch den ganzen Tag im Gedächtnis.

Unterstützt wurde Gernot Kranner auf der Bühne von vier Puppen mit individuellem und extravagante Outfits, die dem Ganzen noch eine moderne Note verliehen - wie etwa der Hund mit Shorts und T-Shirt. Pointen, wie die Aussagen die „halb vegane“ Katze brachten nicht nur die Kinder zum Schmunzeln.

Walter Lochmanns musikalische Beiträge hatte von leisen langsamen Tönen bis lauter und flotter Klängen alles zu bieten. Für jeden Geschmack war etwas dabei.

Beim Schlaflied der Katze mussten die Kleinen helfen, diese zum Einschlafen zu bewegen. Denn diese plagte das Heimweh. Als sie schließlich einschlief lag sie auf Gernots Armen wie ein Neugeborenes. Für einen Moment herrschte stille und Glückseligkeit im Raum. Als Künstler kann man viel lernen: Gesang, Schauspiel, Timing, aber Menschlichkeit und Einfühlungsvermögen muss einen in die Wiege gelegt werden. Und davon hat Gernot Kranner reichlich. Bei besuchter Vorstellung war ein kleines Mädchen im Zuschauerraum so begeistert, dass sie auf die Bühne stieg und mitmachte. Wie geht man in so einer ungeplanten Situation um? Gernot entschied sich, mit Freuden das Mädchen mit einzubeziehen. Und diese Freude die sie dabei empfand, war unbeschreiblich.

Wer seinem Kind etwas musikalisches und pädagogisch Wertvolles auf den Weg geben will, sollte auf jedenfalls die Mitsing-Musicals besuchen.

Gernot Kranner ist nicht nur ein hervorragender Schau- und Puppenspieler spieler, er macht weitaus mehr. Mit seiner stets positiven Einstellung vermittelt er dem Publikum eine gewisse Sicherheit oder besser gesagt Lebensart. Es ist vollkommen in Ordnung in einer noch so perfekt erscheinenden Welt nicht alles zu Wissen und Fehler zu machen. Denn das Wichtigste ist doch, einfach Spaß zu haben und glücklich zu sein. Und was gibt es Schöneres als in funkelnde Kinderaugen zu sehen und zu spüren, wie sehr sie den Moment genießen. In den knapp 60 Minuten konnten alle ihre Sorgen und Probleme vergessen und in die Welt der Märchen eintauchen.

Die Shows können auch für Schulen, Kindergärten, Theater und Feste gebucht werden.

Kontakt:
Gernot Kranner
Obere Augartenstraße 46/ 32
1020 Wien
eMail: gernot.kranner@aon.at

6 von 6 Sternen: ★★★★★                    
                  
Kritik: Elisabeth Springer; Fotocredits: Michaela Springer

24.07.2020 - Steyr (OÖ)    

MUSICAL FEVER
Das Juke-Box-Musical in Steyr

Nach langer Musicalabstinenz im Lande setzte Steyr nun das Statement, dass Kultur sehr wohl systemrelevant ist.

Am 23. Juli war es also endlich soweit. In Oberösterreich ist das MUSICAL FEVER ausgebrochen.

Das Konzept und die Inszenierung von Intendant Karl-Michael Ebner, Jürgen Kapaun, Markus Richter und Nik Raspotnik sind einfach aber effektiv.
Als Protagonist*innen agieren Daniela Dett, Sandra Bell, Markus Richter, Jürgen Kapaun und Nik Raspotnik.

Die Story:
In der tristen Zeit von Corona erträumt sich Markus auf einer einsamen Bühne mit seinem Freund Jürgen den idealen Musicalabend, bei dem die Künstler*innen noch im Scheinwerferlicht gesungen und getanzt haben und vom Publikum gefeiert wurden. Eine Jukebox, welche im Theater verblieben ist, kommt ihnen dabei sehr gelegen. Aus den zahlreichen Songs und mit Unterstützung lieber Schauspielkolleginnen zaubern sie sich ihre eigene Show.

Daniela Dett, nominiert als „Beste Hauptdarstellerin“ beim Deutschen Musical Preis und Trägerin der Richard Tauber Medaille, wächst von Rolle zu Rolle und hat sich mittlerweile zu einer Powerfrau mit natürlichem Charme und enormer Bühnenpräsenz entwickelt. Ihre Interpretationen von „Ich gehör nur mir“ (Elisabeth) und „Milord“ (Piaf) gehörten zu den Highlights des Abends.

Die gebürtige Kölnerin Sandra Bell verbreitete jede Menge positive Energie. Bei ihren Darbietungen wäre eine persönliche Note jedoch wünschenswert gewesen – „Ich hätt´ getanzt heut´ Nacht“ (My Fair Lady), „Irgendwo wird immer getanzt“ (Mozart!).

Der Oberösterreicher Nik Raspotnik lernte sein „Handwerk“ unter anderem am Bruckner Konservatorium und sorgte mit „Dies ist die Stunde“ für Gänsehautfeeling. Zu seiner Leidenschaft zählen auch die Interpretationen bekannter Persönlichkeiten. Sein „Amadeus“ (Falco) mutete stimmlich allerdings etwas skurril an. Allerdings machte er mit „Im Weißen Rössl“ Peter Alexander alle Ehre. Das Lied aus dem Singspielklassiker von Ralph Benatzky wurde zur wunderbaren Hommage an den 2011 verstorbenen Entertainer.

Markus Richter, Musical-Urgestein, sowie Regisseur und musikalischer Leiter der Musiktheaterproduktionen auf der Wiener Tschauner Bühne (u.a. Pflanz der Vampire) versuchte als Tod die Habsburger Kaiserin (Daniela Dett) in „Wenn ich tanzen will“ zu verführen und ihren Sohn (Jürgen Kapaun) in einer homophilen-Version von „Die Schatten werden länger“. Der Tod als androgynes Wesen ist geschlechtsneutral, Kronprinz Rudolf jedoch war bekanntermaßen ein Frauenheld. Ihn als homosexuell darzustellen, war unpassend und mutete eigenartig an. Doch da es Markus Traum ist kann sich schon mal Wirklichkeit und Fantasie vermischen.

Der Niederösterreicher Jürgen Kapaun ist in der Musicalszene als Sänger, Schauspieler und Autor sehr vielseitig unterwegs. Begeistern konnte er das Publikum mit „Ein bissl für´s Hirn und ein bissl für´s Herz“.

Bei allen fünf war die Spielfreude der Darsteller, nach so langer Bühnenabstinenz, spürbar. Auch wenn teilweise die Musik Phasenweise etwas zu laut vom Band kam, minderte dies nicht die Begeisterung bei den Zuschauer*innen, welche erfreut waren, endlich wieder Musiktheater live erleben zu dürfen. Und wie Pablo Picasso schon sagte: „Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele“.

Der oberösterreichische Landeshauptmann Thomas Stelzer meinte am gestrigen Abend „Die echten Kapriolen schlägt das wirkliche Leben. Kultur gibt den nötigen Schwung und die Lebensfreude für den Aufschwung. Das Musikfestival Steyr gibt uns diesen Sommer den Takt für das Wiederhochfahren der Kulturszene vor.“ Und Musicaldarsteller Ramesh Nair zeigte sich ebenfalls hoch erfreut, endlich wieder live Kultur zu erleben und die Musik zu genießen. Er nützt diesen Sommer, wenn er selbst nicht gerade auf der Bühne steht, um seinen Kolleginnen und Kollegen zu gratulieren.

Bis einschließlich 8. August 2020 haben Besucher noch die Möglichkeit, sich mit dem MUSICAL FEVER anstecken zu lassen. Ein Besuch lohnt sich.

5 von 6 Sternen: ★★★★★                    
                             
Kritik: Michaela Springer; Fotocredits: Foto City

www.musikfestivalsteyr.at

10.02.2020 - Wien/ Bank Austria Halle Gasometer    

ADEL TAWIL:
ALLES LEBT-Tour 2020

Seine vergangenen beiden Touren, „Lieder“ und „So schön anders“ haben über zwei Millionen Zuschauer begeistert.
Die letzte Station seiner aktuellen ALLES LEBT-Tour 2020 führte den deutschen Pop Sänger auch nach Wien. In der Bank Austria Halle im Gasometer hatten die Fans am 31. Jänner die Möglichkeit ihren Star einmal leibhaftig auf der Bühne zu erleben.
  

Für den sympathischen Songwriter, Produzent und Sänger ist es stets etwas ganz Besonderes vor so vielen Menschen zu spielen: „Ich liebe es, bei Konzerten direkt die Resonanz auf meine Songs zu sehen. Glückliche Gesichter jeden Alters, die alle Songs mitsingen - Musik ist universell und verbindet. In meinen Texten steckt viel Persönliches und das Feedback zeigt mir, dass sie nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregen kann."

Bei der ALLES LEBT-Tour präsentierte Adel Tawil eine bunte Mischung aus seinem neuen Album und einigen älteren Werken und eroberte damit nun auch die Herzen der Wiener*innen.

Dabei hat er die Klassiker in Teils neues Gewand gepackt: „Die Songs der vergangenen Alben haben sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Musik, Sound und der persönliche Geschmack haben sich verändert.“ Dies erklärt auch, warum Adel Tawil stets neue Fans dazugewinnen kann.   

Zu Beginn wurde das Publikum mit dem Titel „Katsching“ eingestimmt. Hinter den Liedern steckt zumeist mehr als nur eine Ballade oder fetzige Nummer. Hinter jedem Song verbirgt sich auch eine Botschaft. So beschreibt der Künstler bei dem oben bereits erwähnten Song den Kaufkonsum der Gesellschaft. Natürlich durften Lieder wie „DNA“ und die etwas ältere Nummer „Stadt“ nicht fehlen. Doch nicht immer stand Adel Tawil als Solokünstler auf der Bühne. Zusammen mit der Sängerin PEACH performte er „Tu m'appelles“. Eine Überraschung des Abends war der vielleicht nicht so gängige Titel „Ich will nur, dass du weißt“. Im Text beschreibt Tawil den Liebesschmerz und das Loslassen einer geliebten Person. Dazu hatte er auch eine kleine Anekdote zu berichten. Jetzt, da er frisch gebackener Vater ist, muss man natürlich auch auf seine Ausdrucksweise achten. Das machte sich insbesondere bei der Strophe „ … Und, dass ich dich liebe und so'n Sch…“ bemerkbar. Aus Rücksicht auf die jüngeren Fans im Publikum nannte er nur die ersten drei Buchstaben und ansonsten hält er sich den Finger vor den Mund. Natürlich zur Belustigung der Kinder, welche die Texte oftmals genau so gut wie ihr Vorbild kennen und tatkräftig mitsangen. Ein kleines Mädchen aus der ersten Reihe fiel ihm dabei besonders auf und wurde zu ihm auf die Bühne geholt. Sie durfte den Rest der Show auf der Bühne sitzen und sich auch ein Lied wünschen. Dazu bekam sie auch ein Goodiebag von ihrem Idol und sein Handtuch.

Dass Tawil ein herzlicher Mensch ist, macht sich nicht nur bei seinen zahlreichen Interviews bemerkbar. Auch während des Abends bezog er stets das Publikum mit ein. Es entstand somit keine typische Künstler und Fan-Atmosphäre sondern man hatte das Gefühl auf einem großen Familientreffen zu sein.

Bei der Zugabe ließ es sich Tawil nicht nehmen zu den körperlich eingeschränkten Fans zu gehen um mit ihnen zu singen. Danach ging er mitten durchs Publikum und feierte mit ihnen zu dem Song „1000 gute Gründe“. Die Stimmung war am Höhepunkt. Es wurde getanzt, getrunken und den Gefühlen freien Lauf gelassen. Wir hoffen auf ein baldiges Wiederkommen und sagen Danke für diesen großartigen Abend.


sympathisch-stimmige
6 von 6 Sternen:
★★★★★
                     
          

Kritik: Elisabeth Springer;
         Fotos:
Michaela Springer

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