30.11.2017 - Victor´s Residenz-Hotel, Saarlouis

WORLD OF DINNER präsentieren
Zodwa Selele beim STAR MUSICAL DINNER

Ein Abend voller musikalischer und kulinarischer Highlights erwartete die Besucher des STAR MUSICAL DINNERS am 25.11.2017 im Victor’s Residenz-Hotel in Saarlouis. Bei der vierstündigen Show sorgten neben einem erlesenen Vier-Gang-Menü vor allem Musical-Star Zodwa Selele und ihre Gäste David Michael Johnson, Jeanette Friedrich und Stefan Gregar für große Genussmomente in intimer Atmosphäre.

„Denn sie ist fabelhaft, Baby!“ Bereits mit den ersten Tönen ihrer Eröffnungsnummer ließ Gastgeberin Zodwa Selele keinen Zweifel daran, dass das nicht nur auf ihre Paraderolle Deloris van Cartier aus dem Musical SISTER ACT zutrifft. Neben ihrem sechsjährigem Engagement als Nonne wider Willen, für das sie von Whoopi Goldberg persönlich ausgewählt wurde, begeistert die in Deutschland geborene Südafrikanerin in Stücken wie KÖNIG DER LÖWEN, AIDA und HAIR das Publikum. Momentan ist sie in der BODYGUARD Inszenierung der Stage Entertainment im Palladium Theater in Stuttgart zu sehen.
Umso spannender war es daher, von der erfolgreichen Darstellerin abseits der großen Musicalproduktionen in einem deutlich kleineren Rahmen begrüßt zu werden. Ganz ohne die Unterstützung eines großen Ensembles und spektakulärer Showeffekte erlebten die Dinnergäste keinen Musicalstar, sondern eine authentische Künstlerin, die nicht mehr als ihre markante, soulige Stimme und ihr ausdrucksstarkes Spiel benötigte, um zahlreiche musikalische Gänsehautmomente zu schaffen. Nicht von der großen Bühne aus, sondern vor und zwischen den Dinnertischen gelang es Zodwa und ihren Gästen, die bewegendsten Musicalgeschichten so zu erzählen, dass die Besucher ein Teil davon wurden und die unterschiedlichsten Stimmungen und Emotionen auch in den letzten Winkel des Saals überschwappten.
Die Liederauswahl bot dabei eine erfrischende Mischung aus den bekanntesten Stücken des Genres und den Karrierehöhepunkten der Gastgeberin:

Im ersten größeren Block präsentierten die Solisten das Musical AIDA, indem vor allem das Duett von Zodwa Selele und Stefan Gregar („Sind die Sterne gegen uns“) überzeugte.
Mit einer stimmgewaltigen Interpretation von „Erinnerung“ aus CATS eröffnete Jeanette Friedrich den zweiten Block, der vier starke Soli bereithielt: Neben „Draussen“ (DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME, Stefan Gregar) und „Einsames Gewand“ (DIE PÄPSTIN, Zodwa Selele) lieferte David Michael Johnson ein echtes Highlight des Abends ab: Ohne Mikrofon, aber mit viel Gefühl sang er „Bring ihn heim“ aus LES MISÉRABLES und überspielte damit gekonnt die technischen Probleme der Tonabmischung, die an diesem Tag leider gehäuft auftraten und neben Verwirrungen bei den Solisten und Zuschauern zu zu lauter Hintergrundmusik und stellenweise nur schwer zu verstehenden Songtexten führten. Dass das der musikalischen Darbietung aber Dank der gesanglichen Leistung der vier Künstler kaum einen Abbruch tat, zeigten auch die beiden nächsten Blöcke, in denen die Disneystücke ALADDIN und MARY POPPINS sowie die Publikumslieblinge TANZ DER VAMPIRE („Totale Finsternis“), ELISABETH („Wenn ich tanzen will“) und WICKED („Was fühl’ ich in mir?“) vertreten waren. Außerdem sang Stefan Gregar eine bewegende Version der „Musik der Nacht“ (DAS PHANTOM DER OPER), in
der ihm seine Opernerfahrung deutlich zugute kam und für Begeisterung im Saal sorgte.
Seine Wandlungsfähigkeit stellte er ebenfalls unter Beweis, in dem er dem eben noch gerührten Publikum im Lederoutfit mit „Sweet Transvestite“ und dem daran anschließenden „Time Warp“ (beides ROCKY HORROR SHOW) ordentlich einheizte. Den offiziellen Abschluss des Programms bildete ein stimmungsvolles Medley aus SISTER ACT, bevor Zodwa Selele in ihrer Zugabe noch einmal deutlich machte, warum sie in Stuttgart täglich auf der großen Bühne steht: Ihr „I will always love you“ (BODYGUARD) ging unter die Haut und erntete völlig zurecht stehende Ovationen.
Neben den abwechslungsreichen Musikblöcken sorgte vor allem die lockere und sympathische Art der Gastgeberin für einen unterhaltsamen und sehr kurzweiligen Abend. Die Freude am Spiel und der gesamten Show waren ihr und ihren Gästen durchgehend anzumerken, weshalb auch ihre Worte im Interview mit WORLD OF DINNER nur zu bejahen sind:

„Es ist mir wichtig, authentisch zu sein und die Menschen mit der größtmöglichen Bühnenpräsenz nachhaltig zu berühren. Ich lege immer mein ganzes Herz in meinen Gesang und denke, das spürt das Publikum.“

Wer sich davon selbst überzeugen möchte, hat auch im nächsten Jahr noch die Gelegenheit dazu: Ab dem 27.04.2018 laden Zodwa und ihre Gäste in München, Saarlouis (21./22.09.18) und Kassel (09.11.18) erneut zum STAR MUSICAL DINNER.

Kritik und Fotos von Laura Schumacher

16.11.2017 - Deutsches Theater München

Disney Der Glöckner von Notre Dame (Tournee)
Gastspiel im Deutschen Theater München

Am 12. November 2017 feierte das Musical eine fulminante Premiere im Deutschen Theater in München. 

Den Zuschauer erwartet ein wahrlich beeindruckendes Bühnenbild. Ein Hingucker sind sicher die riesigen Glocken. Eine große Bedeutung kommt auch der Beleuchtung zu, mal wird die Bühne in kaltes Licht getaucht, mal ist es flammenrot, mal sieht man bedrohliche Schatten. Die Musik ist, wie der Inhalt des Musicals, keine leichte Kost. Dennoch finden sich einige Ohrwürmer, zum Beispiel das Auftrittslied von Esmeralda „Rhythmus meines Tamburins“, „Spaß und Freude“ und „Esmeralda“. Die Besetzung kann man als überaus gelungen bezeichnen.

Felix Martin spielt Erzdiakon Frollo mit einer Schärfe und Härte in der Stimme, die einem das Fürchten lehrt. Für seine ausdrucksstarke Interpretation des Liedes „Das Feuer der Hölle“ erhält Felix Martin zu Recht minutenlangen Applaus.

David Jakobs als Quasimodo wirkt liebenswert und unschuldig. Man muss ihn einfach gern haben. Im Lied „Draußen“ spürt man seine große Sehnsucht, endlich mal aus dem Glockenturm rauszukommen. Ans Herz geht auch das Lied „Ort der Wunder“, wenn Quasimodo erkennt, dass Esmeralda nicht ihn, sondern Phoebus liebt.

Sarah Bowden ist eine sehr warmherzige Esmeralda. Besonders berührend sind ihre Lieder „Hilf den Verstoßnen“ und „Einmal“. Letzteres singt sie gemeinsam mit Maximilian Mann, der Hauptmann Phoebus de Martin spielt. Sein Auftrittslied „Spaß und Freude“ zeigt die zwei Gesichter des Hauptmanns. Mühelos gelingt Mann der Wechsel von einem scheinbar oberflächlichen, charmanten Charakter, zu jemanden, der von schrecklichen Erinnerungen geplagt wird und seine ernsten Seiten hat. Die Chemie zwischen Sarah Bowden und Maximilian Mann stimmt, und nicht wenige werden zu Tränen gerührt, wenn sie ihr letztes Duett singen. 

Als Anführer der Zigeuner fungiert Jens Janke als Clopin. Man merkt, welche Freude ihm die Rolle macht. Zwischendurch blitzt ein Schelm durch, und dieser Eindruck wird noch durch das harlekinartige Kostüm verstärkt. Im Lied „Wunderhof“ zeigt er auch seine berührend, verletzliche Seite.

In diesem Musical werden alle Figuren zu Erzählern. Dies verlangt dem gesamten Cast sehr viel ab. Sie müssen nicht nur ständig in neue Kostüme schlüpfen, sondern natürlich auch schauspielerisch verschiedenste Rollen verkörpern. Zudem werden sie bisweilen auch zu unbelebten Requisiten, wenn sie zum Beispiel jemanden verstecken. Das gesamte Ensemble wirkt sehr harmonisch und gut aufeinander eingespielt. 

Ein 24-köpfiger Chor macht vor allem die Kirchenszenen besonders stimmungsvoll und gibt dem Zuschauer das Gefühl, tatsächlich in einer Kirche zu sein, in der es hallt und das Licht düster ist.

Dieses Musical ist eindeutig keine leichte Kost und für jüngere Besucher nicht geeignet – völlig zu Recht gibt es eine Altersgrenze von 12 Jahren. Als Beispiel sei hier die Szene zu erwähnen, in der Quasimodo vom außer Kontrolle geratenen Mob gedemütigt und ausgepeitscht wird. Dies ist ein Augenblick, der schwer an die Nieren geht. Im Gegensatz zum bekannten Disney Film hat das Musical kein Happy End. Die Düsternis und Schwermut der Geschichte wird durch die Musik verstärkt. 

Fazit des Abends: völlig zu Recht gab es am Ende des Stücks Standing Ovations für die Leistung aller Beteiligten. 

 

Kritik von Veronika Murauer
Produktions-Fotos © Johann Persson
Foto - David Jakobs im Glockenturm der Münchner Kirche St. Maximilian © Deutsches Theater München

 Den ausführlichen Bericht findest du im musicalcocktail, Ausgabe 132!

19.10.2017 - Musical Dome Köln

Tanz der Vampire - Presscall
ab Februar 2018 im Musical Dome Köln

„Tanz der Vampire“ feiert dieses Jahr sein 20- jähriges Bühnenjubiläum in Wien. 

„Tanz der Vampire“ basiert auf dem gleichnamigen Kinospielfilm von Roman Polanski aus dem Jahre 1967. In 14 Ländern wurde das Musical bereits aufgeführt, aber um Köln hat es immer einen Bogen gemacht. Zurzeit ist es in Deutschland auf Tour und gastiert gerade in Hamburg. Anschließend zieht es die Blutsauger endlich nach Köln. Am 14. Februar 2018 starten die Previews und am 17. Februar findet die Premiere statt. Bis zum 30. Juni 2018 heißt es dann im Musical Dome „Es laden die Vampire zum Tanz“.

In Köln wird auch ein ganz neuer Graf zu sehen sein, David Arnsperger übernimmt erstmals die Rolle des Blutsaugers Graf von Krolock. Zudem stand er noch nie im Musical Dome auf der Bühne. In Hamburg probt David Arnsperger bereits für die Rolle. Er wird dort ab dem 20. Dezember 2017 als Vampir zu sehen sein. Damit löst er Kevin Tarte ab, der im Dezember für kurze Zeit zurück in die Rolle schlüpft.

„Es ist eine tolle Rolle. Für mich war es schon länger ein Traum, diese Rolle spielen zu dürfen, der jetzt in Erfüllung geht“ so David Arnsperger. Seine Lieblingsszenen aus dem Stück sind die Schlussszene im ersten Akt vor dem Schloss, die Arie „Die unstillbare Gier“ und natürlich Sarah zu beißen.

Seien wir gespannt auf den neuen Grafen. Arnsberger erster Auftritt war schon mal sehr vielversprechend.

Fotos, Video, Text © Verena Bartsch

August 2017 - Melziger Zelzpalast

Monty Python´s SPAMALOT 

Vom Salzburger Landestheater in den Merziger Zeltpalast - begleitet von klappernden Kokosnüssen, schallendem Gelächter und großem Premierenapplaus sind König Artus und sein Gefolge am 16.08.17 auf der saarländischen Bühne eingetroffen:
Bis zum 03.09.17 zeigte Musik und Theater Saar den Broadwayerfolg SPAMALOT in der Inszenierung von Andreas Gergen und bewies damit ein weiteres Mal, dass ein Besuch der größten freistehenden Zeltbühne Europas unter Musicalfans längst kein Geheimtipp mehr ist.

Die Handlung ist bekannt und schnell erzählt: Angelehnt an Monty Pythons Filmklassiker „Die Ritter der Kokosnuss“ begibt sich Artus, der König der Briten, im Jahr 932 in England auf die Suche nach dem heiligen Gral und galoppiert dabei von einer absurd-skurrilen Situation in die Nächste.

In Merzig wurde die Persiflage der Artuslegende prominent besetzt: Uwe Kröger zeigt sein komödiantisches Talent durch herausragende Mimik und Gestik und Franziska Becker gibt eine stimmgewaltige Fee aus dem See. Aber auch Armin Kahl, Andreas Lichtenberger und der Rest der Cast sorgten durch sichtbare Spielfreude und punktgenaues Timing in schrägen Dialogen für zahlreiche komische Momente.


Der typisch britische Humor zieht sich durch das gesamte Stück und prägt neben den Texten auch
die schrillen Choreographien, die schillernden, mit Emoticons bestickten Kostüme und das
farbenfrohe Bühnenbild. Die Zuschauer zeigten sich begeistert von dem überdrehten
Bühnenspektakel und der eindeutigen Botschaft, mit der sie aus der Show entlassen wurden:
„Nimm das Leben beschwingt, hab einfach Spaß!“

 

Kritik von Laura Schumacher
Fotos: Zeltpalast Merzig


Foto: Holger Bulk

29.07.2017 - Freilichtbühne Tecklenburg

SHREK - Das Musical
schräg, skurril, bunt, witzig und fetzig!

Shrek ist ein witziges und peppiges Musical für die ganze Familie. Das Musical basiert auf dem Film Shrek aus dem Jahre 2001.

Inhalt:
Die Geschichte beginnt mit Rabeneltern. Zum einen die Eltern von Fiona (Roberta Valentini), die als kleine Prinzessin von ihren Eltern in einen Turm verbannt und dort gefangen gehalten wird, denn auf ihr liegt ein schrecklicher Fluch. Dort wird sie von einem Drachen bewacht. Sie muss solange im Turm bleiben, bis ein tapferer Held sie durch einen Kuss aus wahrer Liebe vom Fluch befreit.
Shrek (Tetje Mierendorf) ist ein Oger. Er wird als Kind von seinen Eltern ausgesetzt und muss von nun an allein zurechtkommen. Er wird von den meisten als gefährlich und dumm und hässlich angesehen. Daher hat er sich in einen Sumpf zurückgezogen und lebt dort alleine aber glücklich.

Lord Farquaad (Robert Meyer), kleinwüchsig wie ein Zwerg, Herrscher über das Land „DuLoc“, verbannt alle Fabelwesen in den Sumpf, in dem Shrek lebt. Skrek ist das alles zu viel, er macht sich auf den Weg zu Lord Farquaad und trifft unterwegs auf einen sprechenden Esel (Thomas Hohler), der ihn von nun an begleitet.
Lord Farquaad würde gerne König werden. Shrek schließt mit Farquaad einen Handel ab: wenn er Prinzessin Fiona aus dem Turm befreit und zum Lord bringt, darf er seinen Sumpf wieder für sich allein haben. Durch eine Heirat mit Fiona würde Lord Farquaad König werden.
Shrek begibt sich zusammen mit dem Esel ins große Abenteuer. Sie können Fiona aus dem Turm befreien. Als Ritter hat sich Fiona aber jemand anderen vorgestellt als Shrek, der sie rettet. Doch sie erfährt von ihm, dass er sie nur zu Lord Farquaad bringen soll.
Der Rückweg nach DuLoc ist nicht gerade einfach, Shrek und Fiona, aber auch der Esel und die Drachendame verlieben sich ineinander. Weder Shrek noch Esel wissen, dass sich Fiona nachts auch in einen Oger verwandelt.
Der Esel findet dieses Geheimnis heraus und versucht Fiona zu überreden, bei Shrek zu bleiben. Shrek
lauscht zufällig dem Gespräch, er bekommt aber nur mit als Fiona sagt, dass niemand ein Monster lieben könnte. Er denkt natürlich, dass sie ihn meint. Am nächsten Morgen bringt er Lord Farquaad zu Fiona, die wieder Menschengestalt hat. Shrek verabschiedet sich eiskalt von Fiona und sagt ihr, dass sie richtig liege und niemand ein Monster lieben könne. Sie denkt, er spricht von ihr, obwohl Shrek sich selber als Monster bezeichnet.
Fiona beschließt, Farquaad zu heiraten, ist aber nicht glücklich bei dem Gedanken.
Der Esel klärt derweil das Missverständnis auf und erzählt Shrek alles.
Shrek und Esel verhindern mit Hilfe der Fabelwesen und der Drachendame in letzter Minute die Hochzeit.
Shrek und Fiona küssen sich endlich, ein wahrer Kuss, der Fluch von Fiona wird aufgehoben und sie nimmt nun endlich für immer die Gestalt einer Ogerfrau an.

Foto: Holger Bulk

Das Stück in Tecklenburg überzeugt durch ein witziges buntes Gesamtbild. Die Tecklenburger Inszenierung lebt vom Bühnenbild (Susanna Buller) und den Kostümen (Karin Alberti). Dabei gab es viele Highlights: Menschen verkleidet als Klatschmohn, Kornblumen und Sonnenblumen verwandeln die Bühne. Imposante Bäume erscheinen, große, durch Darsteller auf Stelzen und kleine mit viel Blattwerk.
Neben der imposanten Drachendame stellen zwei Männer die Flügel des Drachen dar. Unzählige Ratten rocken die Bühne als Stomp. Die Ritter von Lord Farquaad tanzen Schwanensee und der Esel macht einen auf Falco. Für den nötigen Pep sorgt ebenfalls der witzige Esel dargestellt von Thomas Hohler. Robert Meyer als Lord Farquaad sticht darstellerisch und gesanglich heraus. Er spielt den Lord  prima und robbt dabei die ganze Zeit auf Knien über die Bühne.

Fotos: Holger Bulk

Die beiden Hauptdarsteller Tetje Mierendorf als Shrek und Roberta Valentini als Fiona rülpsen und pupsen durchs Stück, wo darf man das schon!
Anspielungen werden gemacht auf verschiedene Filme wie „Spaceballs“ oder „Tribute von Panem“. Donald Trump wird in diesem Stück auch auf die Schippe genommen und die Merkel-Raute wird nachgeahmt.

Ein schöner, bunter Abend!!

Fotos von Holger Bulk:

Fotos von Andre Havergo:

Kritik von Verena Bartsch

28.07.2017 - Freilichtbühne Tecklenburg

REBECCA - Das Musical
ganz großes Kino 

"Rebecca"  ist dieses Jahr das Stück in Tecklenburg. Tiefe Emotionen und pure Spannung auf der Freilichtbühne mit wenigen Mitteln so gut umgesetzt, dass es bestimmt auch Hitchcock ein Strahlen ins Gesicht gezaubert hätte. Eine atemberaubende Inszenierung von Regisseur Andreas Gergen.
Das Musical basiert auf dem Buch von Daphne du Maurier. Eine der bekanntesten Verfilmungen ist die von Alfred Hitchcock aus dem Jahr 1940, ausgezeichnet durch  Oscars für Regie und Kamera und 7 weitere Nominierungen bei den Academy Awards.
Bei der Premiere war u.a. auch Sylvester Levay anwesend und der Intendant Radulf Beuleke lüftete bereits das Geheimnis, welches Stück im kommenden Jahr zu sehen sein wird: "Les Miserables". 

"Rebecca", eine mitreißende Geschichte voller Hingabe, Wut, Verzweiflung und Liebe spielt hauptsächlich im Manderley, dem Adelssitz von Maxim de Winter und seiner verstorbenen Frau Rebecca, an der Küste Cornwalls gelegen.

Mitreißend von der ersten bis zur letzten Sekunde. Die drei Hauptdarsteller Jan Ammann (Maxim de Winter), Milica Jovanovic („Ich“) und Pia Douwes (Mrs. Danvers) haben  mehr als 100%ig dazu beigetragen. Sie haben den Zuschauer abgeholt und durchs Stück getragen, brillant gesungen und gespielt. Man fiebert mit ihnen bis zum großen Finale.

Jan Ammann brilliert in seiner Rolle als Maxim. Er beherrscht die riesengroße Bühne auch allein. Man kauft ihm den reichen, harten, arroganten und zornigen Maxim ab, und er überzeugt als erschütterter  und zutiefst verzweifelter Mann. Am Ende schafft er es sogar, die Erleichterung überzeugend darzustellen, als die erdrückende Last von ihm abfällt.
Seine großartige Stimme sorgt nicht nur bei „Gott, warum?“  für Gänsehaut bei den Zuschauern.
Maxim wird von der ersten Minute an von Schatten begleitet, die ihn immer umgeben (sie repräsentieren die Schatten und Schuld, die auf ihm lastet). Als er auf „Ich“ trifft,  weichen sie das erste Mal zurück. Als er ihr endlich im Bootshaus seine wahren Gefühle gesteht, verschwinden sie. Was in Hitchcocks Film die Kameraführung im Bootshaus suggeriert, schafft Jan Ammann auf der Bühne als er die wahren Ereignisse um Rebeccas Tod „Ich“ erzählt. Er ist so verzweifelt und traurig, aber gleichzeitig auch zornig.
Ein weiterer atemberaubender Augenblick ist, als Jan Ammann gemeinsam mit Milica Jovanovic „Hilf mir durch die Nacht“ und am Ende des Stückes „Jenseits durch die Nacht“ im Duett singt. Sie harmonieren perfekt zusammen, stimmlich wie auch schauspielerisch.

Milica Jovanovic singt und spielt „Ich“ grandios. Ihre Verwandlung vom schüchternen Mädchen, das keinen Funken Selbstvertrauen zu haben scheint  zur selbstbewussten Mrs. de Winter, die sich gegen Mrs. Danvers zur Wehr setzt, gelingt ihr sehr überzeugend. Man fühlt förmlich mit ihr, während sie sich für den Ball fertigmacht, und ebenso die Wut gegen Maxim, als sie singt „Und das und das und das“.
Milica Jovanovic harmoniert auch perfekt mit Pia Douwes. Die  Duette der beiden „Rebecca-Reprise“ und „Mrs. de Winter bin Ich!“ gehen unter die Haut.

Pia Douwes verkörpert Mrs. Danvers ebenso überzeugend. Sie wirkt knallhart und eiskalt. Ihre Hingabe zu Rebecca spielt sie ganz brillant. Durch sie wirkt Rebecca allgegenwärtig.
„Sie ergibt sich nicht“ singt Pia grandios - Gänsehautfeeling bei den Zuschauern. Sie ist eben die Grande Dame des Musicals.

Roberta Valentini ist die gute Seele im Stück. Sie spielt die liebevolle, nette Schwägerin Beatrice einfach großartig. Die Duette „Die lieben Verwandten“ und „Die Stärke einer Frau“ mit Milica sind weitere Schmankerl für die Ohren.

Anne Welte gibt die reiche amerikanische Dame Mrs. van Hopper mit viel Witz und einem Hauch von Glamour und sorgt für die heiteren Momente im Stück.
Ebenso herausragend Christian Fröhlich als geistig verwirrter Ben.

Durch die Lieder „Merkwürdig“, die das Personal über „Ich“ singt und „I´m an American Woman“ von Mrs. Van Hopper gelingt es das ganze Stück einen Hauch bunter und witziger werden zu lassen, denn der Stoff ist doch recht schwer und eher düster.

Inhalt:
Rebecca ist im ganzen Stück allgegenwärtig durch die Schatten der Vergangenheit und das in rotes Licht getauchte Bühnenbild.  Die Schatten sind in schwarz gehüllte Darsteller. Sie sind fast immer anwesend  und fungieren auch mal als Tür oder Tisch oder Bilderrahmen. Am Ende des Stücks bekommt ein Schatten Rebeccas Nachthemd über gezogen und so spukt ihr Geist immer noch durch Manderley. Der Schiffbruch im Meer wird ebenso eindrucksvoll in Szene gesetzt. Taschenlampen und Nebel und jede Menge durcheinander
laufende Menschen auf der Bühne veranschaulichen die Panik nach dem Schiffsbruch. Während der Gerichtsverhandlung zu Rebeccas Tod wird Maxim immer enger von Seilen umschnürt - sehr anschaulich dargestellt. Als Favell Maxim erpressen will und damit droht, er habe den Beweis, dass Rebecca keinen Selbstmord begangen hat, hört und sieht man Blitz und Donner immer näher kommen. Die Lage spitzt sich zu. Packend bis zum Ende.

Der ein oder andere Zuschauer hat sich im Vorhinein schon gefragt, wie wohl der Brand auf der Tecklenburger Bühne dargestellt wird.  Man hat es geschafft  das flammende Finale ebenso atemberaubend zu inszenieren, wie weite Teile des  Stücks.
Passende Kostüme und ein doch recht aufwendiges Bühnenbild tragen ihr übriges bei, dass die Zuschauer mühelos in die Welt der de Winters eintauchen. REBECCA wurde ich Tecklenburg herausragend inszeniert. Der Cast ist brillant. Alles wurde richtig gemacht. Die Macher haben alles perfekt in Szene gesetzt.

Fazit:
Ich war selten von einem Musical so gefesselt, gebannt und habe selten so mit den beiden Hauptdarstellern mit gefiebert wie in der Tecklenburger Aufführung von REBECCA.
Ich würde sagen: „and the Oscar goes to…“.

 Kritik von Verena Bartsch / Fotos von Andre Havergo 

Juli 2017 - Dinslaken

Sommernacht des Musicals 2017

Bereits die 19. SOMMERNACHT DES MUSICALS fand Mitte Juli im Rahmen des Fantastivals Dinslaken im Burgtheater statt. Die Open-Air-Gala war bereits Monate im Voraus ausverkauft und über tausend Besucher pilgerten schon nachmittags durch die Stadt. Man traf sich in der Eisdiele oder in Restaurants und an jedem Tisch gab es nur ein Thema: „Musicals“.
Wie auch in den Jahren zuvor, gab es wieder eine hochkarätige Musicalbesetzung. Mit dabei waren Zodwa Selele, Philipp Büttner, Mercedesz Csampai, Sabrina Weckerlin, Patrick Stanke und Serkan Kaya.

Mit dem Gastauftritt des Musicals „Godspell“ wurde die doch etwas kühle, aber Gott sei Dank durchwegs trockene Sommernacht eingeleitet. Das Musical „Godspell“ wird am 17. und 18. November 2017 auch in der Stadthalle Kamp-Lintfort zu sehen sein.
Direkt am Anfang eröffneten alle sechs Künstler das dreistündige Programm mit einem Höhepunkt: „You’re the Voice“, Dudelsackspieler inklusive und dadurch mit einem ganz besonderen Erinnerungswert ausgestattet.
Serkan Kaya moderierte zum größten Teil durch den Abend und das mit riesigem Erfolg - zwischen den Musicalstücken wurde selten so viel gelacht wie dieses Jahr.
 

Patrick Stanke, der zur Zeit als Kerchak im Musical „Tarzan“ zu sehen ist, sang „So ein Mann“ aus "Tarzan" und brachte danach dem Musikalischen Leiter der Sommernacht, Bertram Ernst, den Affen-Move bei, wovon das Publikum begeistert war.
Politisch wurde es auch: Patrick und Serkan gaben Trump und Hillary Clinton zum Besten.
Ein wundervolles Duett sangen Philipp und Mercedesz mit „Beauty and the Beast“ aus dem gleichnamigen Musical, welches dieses Jahr als Neuverfilmung in den Kinos zu sehen war.

Philipp, der zurzeit in der Hauptrolle im Musical „Aladdin“ zu sehen ist, gab gefühlvoll mit Sabrina Weckerlin das Duett aus „A whole new World“ aus diesem Musical zum Besten und Zodwa Selele sorgte mit ihrer kraftvollen Stimme bei „I can’t let go“ für Gänsehaut bei den Zuschauern.
Wie auch in den letzten Jahren wurden nicht nur Musicalsongs gesungen. Serkan Kaya sang (begleitet von Patrick Stanke an der Gitarre) beispielsweise „Zu spät“ von den Ärzten.
Ein weiteres Highlight im ersten Teil des Abends war definitiv der Boygroup-Auftritt von Serkan, Philipp und Patrick in 80er Jahre Klamotten. Sie sangen erst einige Lieder an, u.a. „Backstreets Back“ und einigten sich dann auf „Step by Step“ von New Kids On The Block.
Im zweiten Teil des Abends sorgte eine Top-Darbietung nach der anderen für Standing Ovations bei den Zuschauern.
Sabrina Weckerlin, ganz in blau gekleidet, sang eindrucksvoll „Let it go“ aus "Frozen" und „Finding Wonderland“ – dass Gänsehaut und Wow-Momente im Publikum allgegenwärtig waren, ist quasi selbsterklärend. Aus dem Musical "Tanz der Vampire" wurde „Totale Finsternis“von Mercedesz als Sarah und Patrick als Graf von Krolock präsentiert. Zodwa Selele und Patrick Stanke sangen gemeinsam aus AIDA „Sind die Sterne gegen uns“.

Mercedesz sang u.a. auch „Phantom der Oper“ und hier ist ehrlich zu sagen, dass man ihr für die absolut einwandfreie Darbietung Respekt zollen muss. Alle drei männlichen Darsteller sangen den männlichen Part, aber bei der Besetzung musste man ja mit allem rechnen, so kam Serkan Kaya als Darth Vader, Philip Büttner als Skelett und Patrick Stanke als Gorilla verkleidet durch das Publikum auf die Bühne. Die Zuschauer waren begeistert und Mercedesz ließ sich nicht beirren und sang einfach weiter.
Eindrucksvolle und starke Stimmen aller sechs Künstler sorgten beim Publikum für nicht enden wollende Begeisterung und die Belohnung durch minutenlangen Applaus war mehr als verdient. Es sei auch erwähnt, dass die Outfits der drei Damen atemberaubend waren. 

Bereits jetzt läuft der Vorverkauf für die nächste Sommernacht, die im kommenden Jahr 20-jähriges Jubiläum feiert. Die Veranstalter haben dazu aufgerufen, Anregungen und Wünsche auf der Facebook-Seite der SOMMERNACHT DES MUSICALS zu äußern.

Kritik und Fotos von Verena Bartsch

31.07. 2017 - Kassel

HEDWIG AND THE ANGRY INCH

„Hedwig and the angry Inch“ bietet einen außergewöhnlichen Abend, der sich doch nicht so leicht beschreiben lässt. Als Musical konzipiert fühlt es sich während der Vorstellung doch meist so an, als wäre man bei einem Konzert in einer kleinen Bar dabei. Sowohl die Show als auch die gleichnamige Hauptfigur scheinen sich bekannten Kategorien zu entziehen. Sie können nicht in gängige Schemata eingeordnet werden. Und das sollen sie auch nicht.

Hedwig (Andreas Bieber) führt es mit ihrem Mann Yitzhak (Alice Macura) und ihrer Band die „Angry Inches“ auf einer erfolglosen Tour durch ganz Deutschland. Hedwigs Ex Tommy Gnosis tourt zur selben Zeit, seine Konzerte sind aber erfolgreicher. Hedwig muss sich mit Gigs in Bars begnügen und gastiert so an „einem einzigen“ Abend in Kassel.
Genauer gesagt in einer alten Tresorfabrik im Schillerviertel. In kleinen Gruppen werden die Zuseher in die Fabrik hineingelassen. Der Zuschauerraum ist in verschiedene Bereiche – passend zu den Stationen in Hedwigs Leben – geteilt: Eine Ecke gibt Hedwigs Jugendzeit in der DDR wieder, Gartenmöbel befinden sich im amerikanischen Trailerpark und eine Couch und ein Spiegel mit bekannten Stars lassen sich in Hedwigs glamouröserer Lebenszeit finden. 

Das Publikum nimmt in einem Bereich Platz und wird dadurch Teil von Hedwigs Geschichte. Als Hänsel wächst Hedwig in Ostberlin ohne Vater auf. Von der sonst gefühlskalten Mutter erfährt sie eine Geschichte vom Ursprung der Liebe. Einst waren alle Menschen mit einem zweiten verbunden. Doch die Götter zerrissen diese Wesen, sodass sie sich fortan nach ihrer verlorenen Hälfte sehnen. Diese Suche nach der verlorenen Hälfte begleitet Hedwig ihr ganzes Leben.

Diese zweite Hälfte scheint zunächst in dem amerikanischen Soldaten Luther gefunden zu sein. Um ihn zu heiraten und mit ihm in die USA zu emigrieren, unterzieht Hänsel sich einer Geschlechtsumwandlung und wird so zu Hedwig. Dabei bleibt Hedwig aber mit dem Titelgebenden „Angry Inch“ zurück, der sie außerhalb der gesellschaftlichen Vorstellung der Geschlechter stellt.
Ein Jahr später fällt die Berliner Mauer und Hedwig ist geschieden. Ihr Opfer ist somit umsonst. Die nun mittellose Hedwig verdient sich Geld als Babysitterin und lernt so Tommy Gnosis kennen. In ihm erkennt Hedwig ihre verlorene Hälfte. Doch Tommy weist Hedwig ab, als er erkennt, dass sie biologisch keine Frau ist.
Hedwig gibt sich während des Erzählens der Verzweiflung hin und reist sich ihr Kostüm vom Leib. Sie steht gleichzeitig als Hedwig und als Tommy auf der Bühne. Tommy entschuldigt sich während des Konzerts bei ihr mit einer Vorführung jenes Liedes, welches einst Hedwig für ihn geschrieben hat. Außerhalb ihrer Verkleidung findet Hedwig so ihren Frieden.

Andreas Bieber zieht das Publikum mit seiner Performance als Hedwig in seinen Bann. Sowohl Hedwigs hoffnungsvolle Liebe zu Tommy in „Wicked Little Town“ als auch Hedwigs Verzweiflung in „Hedwigs Klage/Exquisite Corpse“ werden großartig von Bieber dargestellt. Schnell lässt er einen vergessen, dass es Hedwigs Geschichte ist und nicht seine, die er erzählt. Mit dem Publikum tritt er oft in Kontakt und passt Hedwigs Kommentare der heutigen Zeit und der Spielstätte Kassel an.
Alice Macura verkörpert Yitzhak, Hedwigs Ehemann. Yitzhak ist ursprünglich eine Drag-Queen aus Zagreb, doch um Hedwig zu heiraten versprach er, sich nicht mehr zu verkleiden.  Immer wieder zieht es Macura zu Hedwigs Perücken und oft erkennt man Reue in der Entscheidung, die Yitzhak damals getroffen hat.
Im letzten Lied „Midnight Radio“ wird die Harmonie, die trotz allem zwischen Yitzhak und Hedwig  besteht, wunderbar von Macura und Bieber zur Geltung gebracht. Beide finden auf ihre Art ihren Frieden. Hedwig außerhalb des Kostüms, ungeschminkt und Yitzhak mit Hedwigs Einverständnis in Drag.

Die neue Location des Studio Lev Kassel wird durch „Hedwig and the Angry Inch“ eröffnet. Und sie passt hervorragend zum Musical. Anders als andere Musicals strebt „Hedwig and the Angry Inch“ nicht danach, auf prunkvollen Bühnen aufgeführt zu werden. Im Gegenteil, je kleiner der Rahmen desto mehr entfaltet sich der besondere Reiz dieses Musicals.
Diese Produktion von „Hedwig“ schafft es, zu überzeugen. Die Gestaltung der Spielstätte und die Performance der Darsteller machen den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis. 

Kritik und Foto von Lisa Murauer

März 2017 - Köln

Lyrics by ... Wolfgang Adenberg
Das Konzert zum 50. Geburtstag

Im März dieses Jahres gab Sound of Music ein besonderes Konzert anlässlich des Geburtstages von Wolfgang Adenberg in Köln.

Wolfgang Adenberg ist Musicalautor, Textdichter und Übersetzer. Er ist im deutschsprachigen Raum nicht mehr wegzudenken… jeder Musicalfan hat bestimmt schon eins seiner zahlreichen Lieder oder Musicals gesehen. Er war mitverantwortlich für das gefeierte Musical „Gefährliche Liebschaften“ 2015 und „Der Medicus“ 2016, bei dem er Co-Autor war.

In Köln trafen sich anlässlich seines 50ten Geburtstages mehr als eine Handvoll Musicaldarsteller um seine Lieder zum Besten zu geben. Mit dabei waren: Anna Montanaro, Sabrina Wecklerin, Charlotte Heinke, Veit Schäfermeier, Drew Sarich, Jan Ammann. Begleitet wurden die Darsteller von Maria Komissartchik am Flügel, sowie das Junge Theater Bonn, deren Darsteller Lieder aus Emil und die Detektive und Pünktchen und Aton sangen.
Wolfgang Adenberg saß natürlich auch im Publikum.

Es war ein Abend mit Liedern aus seinem Schaffen.
Anna Montanaro sang u.a. großartig das Lied "Milady ist zurück" aus dem Stück "3 Musketiere".
Gleich beim dritten Stück des Abends bekamen die Zuschauer Gänsehaut als Drew Sarich aus "Liebe stirbt nie" „So sehr fehlt mir dein Gesang“ sang.
Im Duett harmonierten u.a. Jan Ammann & Charlotte Heinke perfekt stimmlich bei „So stark wie der Tod ist Liebe“ aus "Gefährliche Liebschaften".
Ein weiteres Highlight war das Lied „Wer kann schon ohne Liebe sein?“ auch aus "3 Musketiere" gesungen von Charlotte Heinke, Anna Montanaro und Sabrina Weckerlin.
Nachwuchstalent Jan Rekeszus sang „Frage dein Herz“ aus "Liebe stirbt nie", auch hier Gänsehaupt pur fürs Publikum. 

Den Schlusspunkt setzten alle gemeinsam mit „Herbstwind“ aus "Titanic" . Ein Geburtstagsständchen für Wolfgang Adenberg gab es natürlich auch! Und Standing Ovations beim Schlussapplaus.
Ein sehr schöner und gelungener Musicalabend ging zu Ende. 

Kritik und Foto von Verena Bartsch

 

08.02. 2017 - Neunkirchen

FACE TO FACE - das etwas andere Musicalkonzert ...

... unter diesem Motto luden Matthias Stockinger und seine Gäste Lucy Scherer und Sidonie Smith am 10.12.2016 in die Gebläsehalle Neunkirchen ein.

Der sympathische Musicalstar führte mit viel Charme und musikalischen Anekdoten durch ein kontrastreiches Programm, das durch vielseitige und ungewöhnliche Nummern überzeugte: Neben bekannten Rockhymnen und Musicalballaden standen vor allem von den Gesangssolisten ausgesuchte Lieder im Vordergrund, die der breiten Masse eher unbekannt waren.

Eingeleitet wurde der Abend durch den Gastgeber Matthias Stockinger, der unter anderem zwei Titel aus dem Musical "Ludwig²" präsentierte („Geliebte Berge“ und „Kalte Sterne“). Mit viel Gefühl und einer starken Stimme lies er keine Zweifel daran, warum er die Titelrolle des Stückes dieses Jahr bereits zum zweiten Mal in Füssen verkörpert hatte. Es folgten zwei Lieder der US - Amerikanerin Sidonie Smith („Cabaret“ aus "Cabaret" und „Sind die Sterne gegen uns“ aus "Aida"), bevor Lucy Scherer die Zuschauer mit „Never Neverland (Fly Away)“ von Scott Allans bezauberte. Mit der daran anschließenden schwedischen Version von „Gabriellas Song“ aus dem Film „Wie im Himmel“ ernteten sie und der Ausnahmegeiger Baptiste Pawlik Jubelrufe aus dem Saal, die zeigten, dass Musik über Sprachbarrieren hinweg berühren und verstanden werden kann. Für ein weiteres Highlight vor der Pause sorgte erneut Matthias Stockinger mit einer ausdrucksstarken Version von „Till I hear you sing“ aus Andrew Lloyd Webbers „Love never Dies“.

In der zweiten Hälfte fanden dann auch den Zuschauern bekanntere Lieder Einzug ins Programm: Neben der „Unstillbaren Gier“ (Matthias Stockinger) und „Totale Finsternis“ (Lucy Scherer und Matthias Stockinger) aus "Tanz der Vampire" gab Sidonie Smith den Welthit „I will always love you“ zum Besten, mit dem sie allerdings nicht gänzlich überzeugte und stellenweise merklich zu kämpfen hatte. Auf Wunsch des Gastgebers sorgte der bekennende Disneyfan Lucy Scherer mit „Let it go“ aus „Die Eiskönigin“ für Märchenstimmung. Mit einer Rocknummer von Billy Joel beendete Matthias Stockinger einen Musicalabend, der bewiesen hat, dass auch unbekanntere Stücke Potential für große Konzertmomente bieten und eine gelungene Alternative zu altbewährten Musicalklassikern darstellen.

Kritik und Fotos von Laura Schumacher